Ein (fast) perfekter Abschluß

Anders kann  man sich einen Saisonabschluss nicht wünschen. Die Teams der Hartberger bewiesen am Samstag wahre Nervenstärke und lieferten einen krönenden Saisonabschluss vor voller Halle.

Die Wogrolly Truppe hatte den Klassenerhalt mit dem 3:2 Sieg über die Wörthersee-Löwen aus Klagenfurt schon vor heimischer Kulisse besiegelt. Dennoch wollte man sich würdig in die Sommerpause verabschieden. Mit einem verminderten Kader, 10 Leute, wegen einiger Verletzungen stellte sich die Wogrolly Truppe dem Spiel gegen den VC Voitsberg. Die Voitsberger Mannschaft ist ein Aushängeschild für den Beachvolleyball in der Steiermark, daher keine leichte Aufgabe. Den ersten Satz mussten die heranwachsenden Männer wie erwartet abgeben. Doch mit dem 2. Durchgang kam die Wende. Nach einer phänomenalen Servicereihe konnte man den zweiten Satz nach einem 23:21 Rückstand für sich entscheiden. Auch der dritte Satz blieb lange offen und nach langen Ballwechseln holten die Burschen die 2:1 Führung heraus. Der 4. Satz war nichts für schwache Nerven. Beim Spielstand von 19:16 kam Spielertrainer Oli Wogrolly zum letzten Einsatz dieser Saison aufs Spielfeld. Was vorerst für einen Sieg der Hartberg strahlte entpuppte sich zur wahren Zerreißprobe. Erst bei 30:28 konnte man den Sack zu machen und die Saison entgültig auf Platz 3 in der Frühjahrstabelle beenden. 

Oliver Wogrolly zur Saison:“Ein großes Kompliment an meinen gesamten Kader! Trotz vieler Höhen und Tiefen, einiger Differenzen und Unstimmigkeiten haben wir immer als Mannschaft zusammengehalten. Wir sind mit unseren Aufgaben gewachsen und haben Schlussendlich gezeigt dass wir in die Bundesliga gehören.“

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Um 19 Uhr 30 kam es zum Grande Finale zwischen dem TSV Sparkasse Hartberg und der SG Brunnenbau Volleys aus Perg. Die Mannschaft von Coach Borislav Bujak agierte anfangs sehr nervös und unterlag dem Druck. Schnell stellten die Oberösterreicherinnen auf 1:0. Im zweiten Satz konnte man sich mit viel Mühe den Ausgleich verschaffen. Der dritte ging gnadenlos an die Pergerinnen. Im 4. Satz kam die Wende. Nach zahlreichen taktischen Versuchen, die allesamt scheiterten, holte Coach Bujak Julia Großschedl ins Spiel. Die Oststeirerin, die über 3 Jahr nicht mehr auf der Zuspielerposition stand, kam für die angeschlagene Julia Gamperl ins Spiel.  Mit viel Ruhe und Disziplin koordinierte sie die Mannschaft außerordentlich stark zum Satzausgleich. 4 Matchbälle der Oberösterreicherinnen wurden souverän abgewehrt und der Entscheidungssatz erzwungen. Beim 8:3 Rückstand wurden die Seiten im Golden Set gewechselt. Danach kam der Aufschwung. Der Rückstand wurde Punkt für Punkt abgebaut. Zuerst 7:10, danach 12:13. Es gab erneut Matchball für Perg. 12:14. 2 starke Service-winner bescherten den Ausgleich. 14:14. Viktoria Goger brachte mit einem perfekt platzierten Angriff in den Block die erste Chance auf den Matchgewinn. Bei 15:14 schmieß Perg letztendlich die Nerven und pulverte den Ball mit einem Hinterfeldangriff ins Aus. 

„Die Mannschaft war heute eine Einheit. Stand und fiel gemeinsam. Zum Schluss aber hatten wir die besseren Nerven und holten uns mit viel Rückenstärkung aus dem Publikum diesen wichtigen Sieg.“, freut sich Julia Gamperl. 

Im Anschluss an das Spiel ging es emotional weiter. Libera Chrissi Kölbl beendete ihre 17-jährige Spielerkarriere mit einem mehr als glorreichen Sieg. Die Hartbergerin mit der Nummer 12 unterstützte den Verein in diesen zahlreichen Jahren nicht nur spielerisch, sondern packte überall mitan. Obmann Manfried Schuller und Manager Markus Gaugl bedankten sich mit Fans und Mannschaft bei unserem wertvollen Mitglied für ihr Engagement und ihren Einsatz. 

Am Sonntag war es dann soweit. Die Landesliga-Champs wollten sich den Aufstieg sichern. In Villach aber kam es anders. Man holte die langen Rallys, verschenkte aber in leichten Situationen die Punkte. Am Ende war der Druck zu groß und die Mannschaft rund um Kapitänin Kogler musste sich den stark verteidigenden Kärnterninnen beugen. Die Chance nächstes Jahr in der Bundesliga aufzuzeigen besteht aber trotzdem. Es geht schon bald in einer Best-of-Three Serie gegen Mank um den nächsten Platz auf Bundesebene.